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Self extinction, 2016 
Fotografie, Malerei und Serie von Aquarellen
Malerei 
Fotografie

Die Konzeptidee stützt sich u.a. auf Mona Eltahawys Manifest
‘Warum hasst ihr uns so?
Für die sexuelle Revolution der Frauen in der islamischen Welt.’
Piper Verlag, München / Berlin 2015.

Mona Eltahawy, geb. 1967 in Port Said, ist eine vielfach ausgezeichnete
ägyptisch-amerikanische Journalistin und Aktivistin. Ihre Artikel über Ägypten, die islamische Welt und Frauenrechte erschienen in der Washington Post, The Guardian und den New York Times. Sie ist auch häufige Gastkommentatorin bei AL-Jazeera, BBC oder CNN. Newsweek kürte sie 2012 zu einer der furchtlosesten Frauen der Welt. Eltahawy lebt in Kairo und New York.

Mich interessiert dabei ein von der Autorin im Buch speziell hervor gehobener Punkt;
und zwar die unterschiedlichen ideologischen Positionen zum Thema ‘Verschleierung’.
Eltahawy gibt zu bedenken, dass bei weitem nicht alle muslimischen Frauen in der arabischen Welt frei und nach ihrem jeweiligen Gutdünken über ihre Verschleierung bzw. Nicht- Verschleierung entscheiden können. In der gelebten Realität würden viele Frauen nach wie vor gezwungen, zu schweigen, sich zu verhüllen und so ‘ins Nichts abzutauchen’. 
(Eltahawy, S.65)

“Der Niqab steht für eine bizarre Ehrfurcht vor der verschwundenen Frau. 
So wird eine Frau verherrlicht, die ihr Gesicht verschleiert, sich selbst auslöscht, 
und diese Selbstaufgabe gilt dann als Höhepunkt der Frömmigkeit. …”
(Eltahawy, S.65)

Nachdem ich mich bereits in anderen Projekten mit der Wahrnehmung der Frau im öffentlichen Raum auseinander gesetzt habe (siehe Constructing Identity, She Did, con_id)
erschien mir speziell diese Problematik der Selbst-Auslöschung, des Verschwindens interessant 
für eine künstlerische Auseinandersetzung, da er meines Erachtens mit den Mitteln der Malerei sehr gut ins Bewusstsein zu rücken ist. 

Die formale Umsetzung drängt sich in Form von Diptychen (Ölbilder im Format 100/140 cm) auf, da diese eine klare Gegenüberstellung von Sein und Verschwinden gewährleisten.
Als vorausgehende Studien dienen Zeichnungen und Aquarelle, basierend auf Fotos verschleierter Frauen, die im Herbst 2015 im Zuge einer Jordanienreise entstanden.